Sechster Kongress Polenforschung, Dresden
Rahmenthema: Umbrüche – Aufbrüche / Przełomy – przeobrażenia / Upheavals – New Beginnings
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Bericht
Der 6. Kongress Polenforschung mit dem Rahmenthema „Um-brüche – Aufbrüche” war erneut die große Vernetzungs- und Ideenplattform der polenbezogenen Forschung in Deutschland und Europa, zu der sich das Format in den letzten 15 Jahren entwickelt hat. Rund 300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hatten sich an der Technischen Universität Dresden eingefunden, wo sie vom Team rund um den dortigen Slavistik-Professor Christian Prunitsch hervorragend versorgt wurden. Der Eröffnungsabend begann mit Ansprachen: Nach der Hausherrin – Prorektorin Angela Rössen-Wolff – begrüßten die sächsische Staatsministerin Katja Meier, DPI-Präsident Heiko Maas und der polnische Botschafter Dariusz Pawłoś die Gäste. Sie alle unterstrichen die Bedeutung des Kongresses in Zeiten einer neuen Aufbruchsstimmung in den deutsch-polnischen Beziehungen. Christiane Hoffmann, stellvertretende Sprecherin der Bundesregierung und Buchautorin, hielt den Festvortrag über ihre persönliche Spurensuche in Polen und Schlesien. Die folgenden beiden Tage waren angefüllt mit einer Vielzahl von Panels, Diskussionen und Projektvorstellungen. Die Vitalität der deutschsprachigen Polenforschung wurde dabei ebenso deutlich wie die gute Vernetzung mit polenbezogener Forschung in vielen weiteren Ländern. Zahlreiche Panels fanden auf Polnisch oder Englisch statt - Ausweis für die voranschreitende Internationalisierung. Ein musikalisches Abendprogramm und Stadtführungen rundeten ein Programm ab, das sich sehen lassen konnte.
„In Zeiten von Brüchen und Umbrüchen ist es von entscheidender Bedeutung, die vielschichtigen Auswirkungen der Ereignisse zu verstehen und zu analysieren. Umbrüche manifestieren sich in vielfältigen Reaktionen, die sowohl auf individueller als auch auf gesellschaftlicher Ebene zu beobachten sind. Sie wurden und werden in historische Narrative und kulturelle Praxen übersetzt und beeinflussen Bereiche wie Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kunst und das Rechtssystem. Innerhalb Polens sind spannungsgeladene Narrative entstanden, deren Genese und Modifizierungen auf nationaler und internationaler Ebene analysiert und verstanden werden müssen, um den konstruktiven Dialog zwischen Polen, Deutschland und Europa stärken und weiterzuentwickeln zu können. Darüber hinaus müssen wir uns mit ethischen Fragen auseinandersetzen und in diesem Kontext auch mit der Rolle und Verantwortung von Geistes- und Sozialwissenschaften in Krisenzeiten.“
Katja Meier, Staatsministerin der Justiz und für Demokratie, Europa und Gleichstellung von Sachsen